gedanken und farbe. erzählt / geformt. [Manuskript].

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Buchbeschreibung
[Gotha]. Kurt W. Streubel. [1962].
16 x 15 cm. 45 unpaginierte Blatt. Leinenmappe mit Farbflächen in Öl handbemalt. Papierbedingt gebräunt, teils etwas brüchig. Von Herkunft und Alter her gut und sauber erhalten.
Buchmanuskript mit Text und Bildmontagen. Enthält einen mittels montierter Fotos von Werken gegebenen Überblick zum Werk Streubels ab etwa 1949 bis 1960 sowie Gedichte und Texte. Die Anordnung muss in der vorliegenden Form nicht stimmen, da die Blätter, meist in Doppelbögen, nicht nummeriert sind und sich nur durch Datierungen der Bilder erschließen. Die Texte wirken in ihrer Stilistik fragmentarisch und sind daher schwer zusammen zu führen, wie überhaupt die Diktion Streubels sehr dadaistisch - surreal anmutet. An Expressionismus und Bauhaus geschult sind die wiedergegebenen Arbeiten meist figürlich expressiv oder geometrisch abstrakt. Neben dem Buchmanuskript liegt ein Textmanuskript von 3 Blatt DIN A4 vor - "Der Redner" . Ferner dabei zwei handschriftliche und ein maschinenschriftlicher Brief (dieser vom 18.2.1962 bezieht sich auf das Buchmanuskript, das Streubel einem befreundeten Sammler in Düsseldorf hat zukommen lassen, wohl auch um es aus der DDR zu bringen). Dabei ferner ein Weihnachts- und Neujahrsgruß, handschriftlich auf Klappkarte mit einer voll ausgeführten abstrakten Gouache auf der Innenseite. Zusammen in Papp-Kassette. Kurt W. Streubel, geboren 1921 in Starkstadt / Böhmen, gestorben 2002 in Weimar. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft nahm Streubel 1946 ein Studiums an der Staatlichen Hochschule für Baukunst und bildende Kunst Weimar bei Hanns Hoffmann-Lederer, später bei Albert Schaefer-Ast auf. Er lebte seit 1945 überwiegend in Gotha. Streubel fiel auf Grund seiner Haltung und seiner abstrakt - konstruktiven Malgeste dem Formalismusvorwurf der verantwortlichen Kulturhüter der DDR zum Opfer (er hatte eine umfangreiche Stasi-Akte) und wurde gesellschaftlich ausgegrenzt. Er operierte im Geheimen und fand in dem Komponisten Siegfried Geissler einen Gönner und Mäzen, der auch seine "antioper" komponierte (1970), die aber nie zur Aufführung gelangte. Gelegentlich gelangten Bilder Streubels auf den Sekundärmarkt, Ausstellungsbeteiligungen waren rar, seine teils dadaistisch anmutenden Gedichte und Texte fanden bislang ebenfalls nur wenig Beachtung - Grund genug, sich dem widerspenstigen und unbequemen Künstler zu nähern.
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